Die Symbolik des Stukens verkörpert seit den Anfängen der Heidefreunde Boelerheide die besondere Verbundenheit mit unserer Heimat.
Als „Stuken“ bezeichnet man den unteren Teil eines Baumes, der nach dem Fällen im Boden zurückbleibt. Obwohl Stamm und Krone entfernt wurden, bleiben seine Wurzeln tief im Erdreich verankert. Gerade darin liegt seine Bedeutung: Der Stuken steht für die feste Verwurzelung mit der Heimat, mit den Menschen und mit den Traditionen der Boelerheide.
Alte Boelerheider erzählten, dass früher kräftige Männer – sogenannte Kämpen – die mühsame Arbeit übernahmen, solche Stuken zu roden. Dies geschah sowohl zur Urbarmachung des Bodens als auch zur Gewinnung von Brennholz. Wald und Heide prägten damals große Teile der heutigen Boelerheide, sodass Stuken zum vertrauten Bild der Landschaft gehörten.
Noch heute erinnert der Flurname „Auf dem Stuken“ an diese Zeit. Das Gebiet zwischen Malmke und Sonntag, heute eine Wohnsiedlung, war zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ein bekannter Fest-, Turn- und Sportplatz der örtlichen Vereine.
Der Begriff „Stuken“ ist vielen Menschen heute nicht mehr geläufig. Für die Heidefreunde gehört er jedoch zum überlieferten Sprachschatz unserer Heimat. Deshalb wurde der Stuken bereits früh zu einem Symbol des Vereins. Er erinnert daran, dass Herkunft, Gemeinschaft und Zusammenhalt die Grundlage eines lebendigen Miteinanders bilden.
Im Jahr 1968 schufen die Heidefreunde mit dem Stukenförster eine Tradition, die bis heute fester Bestandteil des Vereinslebens ist.
Der Name knüpft bewusst an die historische Bedeutung des Försters an. Einst sorgte dieser für die Pflege des Waldes, achtete auf gesunden Baumbestand und trug Verantwortung für sein Revier. In übertragenem Sinne übernimmt der Stukenförster eine ähnliche Aufgabe für die Gemeinschaft der Heidefreunde und für die Menschen der Boelerheide.
Jedes Jahr tritt ein anderer Heidefreund an, um das Amt des Stukenförsters zu übernehmen. Er möchte seine Verbundenheit mit der Boelerheide sichtbar machen, Menschen zusammenführen, Brücken bauen und den Gemeinschaftsgedanken stärken. Jeder Stukenförster setzt dabei eigene Akzente, doch das Ziel bleibt stets dasselbe: das Miteinander zu fördern und die Heimatverbundenheit lebendig zu halten.
Besonders ist dabei, dass man Stukenförster ein Leben lang bleibt. Mit der Wahl eines Nachfolgers endet lediglich die Amtszeit als amtierender Stukenförster. Die Zugehörigkeit zum Kreis der Stukenförster bleibt dauerhaft bestehen.
Aus diesem Gedanken heraus wächst eine Gemeinschaft, in der jeder herzlich willkommen ist, der die Liebe zur Boelerheide teilt und bereit ist, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. So stehen der Stuken und der Stukenförster bis heute für das, was die Heidefreunde seit 1955 ausmacht: Heimatverbundenheit, Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft.
„Mit Freunden stehen im Guten, treu dem Stuken.“
26. Stukenförster Rudolf Geritz
„Mit Stuken, Kette und dem Beil, bleib ich auf Ewig der Heide treu.“
35. Stukenförster Thomas Müller